Wie Westace.at die heimische Kunstszene mit digitaler Kreativität stärkt

Die Plattform westace.co.at/ ist mehr als nur ein Online-Archiv für regionale Kunstprojekte – sie ist ein aktiver Katalysator für den kulturellen Austausch in Österreich. Seit ihrer Gründung 2019 hat sich die Initiative als Brücke zwischen lokalen Künstler:innen, Galerien und dem öffentlichen Diskurs etabliert, besonders in den Bereichen zeitgenössischer Visual Art, Performance und experimenteller Medienkunst. Während traditionelle Kunstförderung oft auf institutionelle Strukturen angewiesen ist, nutzt Westace.at digitale Tools, um kreative Projekte auch jenen zugänglich zu machen, die sich sonst von der Szene fernhalten würden. Die Plattform setzt dabei auf Transparenz: Jedes Projekt wird mit klaren Kriterien ausgewählt, die sowohl künstlerische Qualität als auch gesellschaftliche Relevanz betonen. So vermeidet sie den Trend zu oberflächlicher Kuratierung, der in vielen Online-Kunstprojekten vorherrscht.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit österreichischen Kunsthochschulen und -institutionen. Westace kooperiert mit der Universität für angewandte Kunst Wien, der Kunstuniversität Linz und weiteren Bildungsstätten, um Studierende direkt in die Plattformprozesse einzubinden. Diese Praxis führt zu einer dynamischen Dynamik: Künstler:innen entwickeln ihre Werke oft unter Einbeziehung der Community, und die Plattform fungiert als Labor für neue Formate wie interaktive Ausstellungen oder digitale Installationen. Ein konkretes Beispiel ist die 2023 veranstaltete Serie *„Unsichtbare Hand“* – eine Sammlung von Arbeiten, die sich mit den Spuren digitaler Interaktion auseinandersetzen. Die Auswahl umfasste Werke von Studierenden der KUNSTHOCHSCHULE WELTWEIT, die durch eine Jury aus lokalen Kurator:innen und Künstler:innen ausgewählt wurden. Die Ausstellungen wurden nicht nur online, sondern auch in Kooperation mit kleinen Galerien in Wien und Graz präsentiert, was die Plattform zu einem Modell für hybride Kunstvermittlung macht.

Doch Westace.at geht über reine Präsentation hinaus: Die Plattform fördert auch die Vernetzung zwischen Künstler:innen und der Öffentlichkeit. Ein innovatives Konzept ist das *„Kunst-Residenz-Programm“* für digitale Projekte, das Künstler:innen für zwei Monate mit einem festen Budget und einem Team aus Techniker:innen sowie Kunstvermittler:innen unterstützt. Die Residenzen finden in verschiedenen Städten statt – zuletzt in der Stadtbibliothek Graz und in der Galerie der Stadt Wien – und enden mit einer öffentlichen Präsentation, bei der die Teilnehmer:innen nicht nur ihre Werke zeigen, sondern auch Workshops zu Themen wie Open-Source-Tools oder ethischen Fragen der KI in der Kunst anbieten. Dies schafft nicht nur künstlerische Vielfalt, sondern auch eine Basis für langfristige Projekte, die über die Plattform hinausgehen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2019 haben über 1.200 Künstler:innen ihre Werke auf Westace.at hochgeladen, davon rund 400 mit einer professionellen Präsentation. Die Plattform wurde in den letzten drei Jahren von über 50.000 Besuch:innen aus ganz Österreich und international besucht – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung digitaler Kunstarchiven in der österreichischen Kulturlandschaft. Besonders bemerkenswert ist die Diversität der Projekte: Über 60 % der eingereichten Arbeiten stammen von Künstler:innen unter 35 Jahren, und etwa 40 % der ausgewählten Projekte thematisieren soziale und ökologische Themen. Dies unterstreicht, dass Westace.at nicht nur eine Plattform für etablierte Künstler:innen ist, sondern auch eine Stimme für neue, oft marginalisierte Stimmen in der Kunstszene.

Trotz dieser Erfolge steht Westace.at vor Herausforderungen. Die Finanzierung bleibt ein zentraler Punkt: Während viele Plattformen auf Sponsoring oder staatliche Fördergelder angewiesen sind, finanziert Westace.at sich zu einem Großteil durch Spenden und Mitgliedschaften. Dies macht die Plattform besonders für Künstler:innen zugänglich, die keine klassischen Förderwege nutzen können. Gleichzeitig ist die Konkurrenz durch große internationale Plattformen wie Artnet oder Saatchi Gallery groß. Um sich abzuheben, setzt Westace auf eine klare Positionierung: Statt als reines Archiv zu fungieren, positioniert sich die Plattform als *„Kunstlabor der Gegenwart“* – ein Ort, an dem neue Formate und Ideen getestet werden können. Dies spiegelt sich auch in der Auswahl der Projekte wider, die oft experimenteller sind als auf klassischen Ausstellungsplattformen zu finden.

Für die Zukunft plant Westace.at, die digitale Infrastruktur weiter auszubauen. Ein neues Projekt namens *„Kunst im öffentlichen Raum 2.0“* soll digitale Installationen in öffentlichen Räumen etablieren, die nicht nur ästhetische, sondern auch pädagogische und partizipative Elemente enthalten. Zudem wird an einer App gearbeitet, die es Besuch:innen ermöglichen soll, Kunstwerke interaktiv zu erkunden – etwa durch Augmented Reality oder virtuelle Touren. Diese Entwicklungen zeigen, dass Westace.at nicht nur eine Plattform, sondern ein lebendiger Teil der österreichischen Kunstszene ist, der sich ständig weiterentwickelt. Wer sich für innovative Ansätze der Kunstvermittlung interessiert, findet auf westace.co.at/ eine Plattform, die mehr als nur ein Archiv ist – sie ist ein Motor für den kulturellen Wandel.

  • Seit 2019 wurden über 1.200 Künstler:innen auf Westace.at präsentiert.
  • Die Plattform hat in drei Jahren über 50.000 Besucher:innen aus ganz Österreich und international.
  • Etwa 60 % der eingereichten Arbeiten stammen von Künstler:innen unter 35 Jahren.
  • Die Residenzprogramme für digitale Projekte finden seit 2022 in Kooperation mit Kunsthochschulen statt.
  • Über 40 % der ausgewählten Projekte thematisieren soziale und ökologische Themen.