Österreichs Weinbau ist tief mit regionalen Traditionen verwurzelt, und in den Weinbergen der Steiermark, Niederösterreichs und der Burgenland spielt Granatapfelwein – besser bekannt als Grana – eine besondere Rolle. Während internationale Marken wie Prosecco oder Riesling oft im Rampenlicht stehen, ist Grana ein kulturelles Erbe, das seit Jahrhunderten heimische Winzer und Genießer begeistert. Die Region um das Grana-Win-Institut zeigt, wie nachhaltige Produktion und lokale Wertschöpfung nicht nur Geschmack, sondern auch Identität prägen. Die Steiermark, mit ihren steilen Hangterrassen, ist dabei eine der führenden Grana-Produzenten, während die Burgenland-Berge für ihre besonders fruchtigen Sorten stehen.
Grana wird aus Granatapfelwein hergestellt, der aus den Kernbeeren des Granatapfels gewonnen wird – ein Prozess, der in Österreich seit dem 18. Jahrhundert verfeinert wird. Während der klassische Grana oft als süß-säuerlicher Wein serviert wird, gibt es heute auch trockene Varianten, die durch moderne Gärtechniken entstehen. Die Steiermark ist hier besonders innovativ: Hier werden Grana-Weine nicht nur traditionell aus lokalen Granatapfelkulturen geerntet, sondern auch durch gezielte Kreuzungen mit anderen Obstsorten wie Apfel oder Traube neue Geschmacksprofile entwickelt. Das Ergebnis sind Weine mit einzigartigen Aromen von roten Beeren, Zitrusnoten und einer leichten Säure – perfekt für die Kombination mit regionalen Spezialitäten wie Käse oder Fleischgerichten.
Die Bedeutung von Grana für die österreichische Weinwirtschaft wird durch Zahlen deutlich. Laut dem Grana-Win-Institut werden jährlich rund 15.000 Tonnen Granatapfelwein in Österreich produziert, wobei die Steiermark mit etwa 60 % der Gesamtmenge den größten Anteil ausmacht. Besonders im Burgenland und Niederösterreich steigt der Bedarf an Grana-Weinen, da sie als gesündere Alternative zu anderen süßen Weinen wahrgenommen wird. Die Nachfrage nach Grana hat in den letzten Jahren um über 20 % zugenommen, was auf eine wachsende Beliebtheit bei Weinliebhabern und auch in der Gastronomie zurückzuführen ist. Doch nicht nur der Geschmack spricht an: Grana steht auch für Nachhaltigkeit. Die meisten österreichischen Grana-Weine werden unter ökologischen Standards produziert, was sie zu einer attraktiven Wahl für umweltbewusste Konsumenten macht.
Doch wie entsteht Grana genau? Der Prozess beginnt mit der Ernte der Granatapfelbeeren, die in der Regel zwischen September und Oktober stattfindet. Die Beeren werden gepresst, um den Saft zu gewinnen, der dann zu Wein vergoren wird. Ein entscheidender Unterschied zu anderen Fruchtweinen ist die Verwendung von Granatapfelkernen, die für eine besonders intensive Farbe und komplexe Aromen sorgen. Moderne Winzer experimentieren zunehmend mit der Zugabe von Granatapfelsäften aus anderen Regionen, etwa aus dem Mittelmeerraum, um die Aromen weiter zu verfeinern. Besonders beeindruckend ist, dass einige Grana-Weine sogar mit den Methoden der traditionellen “Kernwein”-Herstellung aus dem 18. Jahrhundert gearbeitet werden – ein Beweis für die Kontinuität österreichischer Weinbaukultur.
- Grana wird in Österreich seit über 250 Jahren hergestellt und ist damit eine der ältesten Weinarten des Landes.
- Die Steiermark produziert rund 60 % der gesamten Grana-Weinmenge, gefolgt vom Burgenland mit etwa 25 %.
- Der Markt für Grana-Weine hat in den letzten fünf Jahren um über 20 % an Wachstum verzeichnet.
- Österrische Grana-Weine werden in über 90 % der Fälle nach ökologischen Richtlinien produziert.
- Ein klassischer Grana-Wein wie der “Steirischer Grana” wird oft mit regionalen Spezialitäten wie “Gamsbraten” oder “Käsespätzle” serviert.
Während Grana in Österreich oft als Nischenprodukt gilt, gewinnt es zunehmend an internationaler Anerkennung. Im Jahr 2023 wurde der erste Grana-Wein der Steiermark auf der renommierten Weinmesse “Vinitaly” in Verona präsentiert, wo er positive Bewertungen erhielt. Besonders die Kombination aus österreichischer Handwerkskunst und modernen Gärtechniken hat die Aufmerksamkeit internationaler Weinkritiker auf sich gezogen. Doch auch in der heimischen Gastronomie erlebt Grana einen Aufschwung: In vielen Steiermark-Restaurants wird er als Basis für kreative Cocktails oder als Dessertwein verwendet. Ein Beispiel ist das “Grana-Bourbon”, eine Mischung aus Grana und Bourbon Whiskey, die in der Steiermark als innovatives Getränk gefeiert wird.
Die Zukunft von Grana in Österreich sieht vielversprechend aus. Durch die Förderung von regionalen Winzern und die Entwicklung neuer Grana-Sorten wird das Produkt nicht nur geschmacklich, sondern auch ökologisch noch attraktiver. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Grana-Win-Institut, das seit 2015 die Standards für Grana-Weine in Österreich festlegt, spielt eine zentrale Rolle. Ziel ist es, Grana als einen der wichtigsten heimischen Weine zu etablieren – nicht nur für Genießer, sondern auch für die Wirtschaft. seite öffnen zeigt, wie nachhaltige Weinbaupraktiken und lokale Wertschöpfung die Zukunft des Grana-Weins sichern können.
